Akkordeon „Sibylla Brand“
Dezember 2016
Unser Objekt des Monats Januar 2017 ist ein Akkordeon des Typs „Sibylla Brand“.
Akkordeons, umgangssprachlich auch Schifffahrtsklaviere oder Quetschen genannt, sind sogenannte Handzuginstrumente, bei denen der Ton durch freischwingende und durchschlagende Zungen erzeugt wird. Es gibt unzählige weitere Bezeichnungen und Bauarten, was auf die weite Verbreitung des Instruments und dessen Nutzung zurückzuführen ist.
Wenngleich dieses Musikinstrument aus der Mode gekommen scheint, so gibt es gerade in der Weihnachtszeit viele Familien, in denen zusammen auf dem Akkordeon musiziert wird. Es sind zudem viele Geschichten von Seefahrern und deren Musizieren auf Schifffahrtsklavieren zur Weihnachtszeit überliefert. Die große Distanz zwischen der Heimat und den Weltmeeren sowie die Abwesenheit der Familie machten diese Rituale für die Seefahrer besonders wichtig.
Das bei uns gezeigt Akkordeon wurde vermutlich in den 1930er Jahren hergestellt und 1944 von einer Büdelsdorfer Familie gekauft. Die Eltern eines jungen Soldaten (Jahrgang 1927) wollten ihm dieses Akkordeon zur Kriegsrückkehr schenken, zu der es nie kommen sollte.
Unsere Museumskollegen in Markneukirchen/Sachsen besitzen im Übrigen das weltgrößte Akkordeon: Es ist 1,80 Meter hoch, besitzt 128 Diskanttasten und 423 Bassknöpfe und wiegt über 100 Kilogramm. Dieses Gewicht erfordert das Anbringen von Rädern, damit das Instrument bewegt werden kann.
Herkunft: Büdelsdorf, Produktion: vermutlich in Sachsen
Standort: Depot der Museen im Kulturzentrum Rendsburg
- Maße:
- Höhe 30 cm, Tiefe 15 cm, Breite: 25 cm (stehend, zusammengezogen)
- Inventarnummer:
- 9139